Vettweißer Arzt mit NS-Vergangenheit

Veröffentlicht: Mittwoch, 04. September 2019

Kreis Düren. Der gebürtige Kreuzauer Dr. med. August Bender (1909-2005) fungierte in der NS-Zeit u. a. als Lagerarzt im Konzentrationslager Buchenwald und war im Rahmen dieser Tätigkeit an zahlreichen Häftlingsselektionen beteiligt. Trotz Verurteilung als Kriegsverbrecher praktizierte er bis 1988 als beliebter Landarzt in Vettweiß-Kelz. Nico Biermanns hat Benders Biografie nun umfassend kritisch aufgearbeitet. „Landarzt und SS-Sturmbannführer. Der Kreuzauer Arzt Dr. med. August Bender. Eine kritische Biografie“ lautet der Titel des Buches, das jetzt im Verlag des Bertram-Wieland-Archiv für die Geschichte der Arbeiterbewegung e.V. erschienen ist.

Biermanns studiert Geschichte und Germanistik an der RWTH Aachen und hat für seine detaillierte Studie, die auf einer in einem Seminar am Historischen Institut der RWTH Aachen entstandenen Arbeit aufbaut, zahlreiche Quellen ausgewertet.

Das Bertram-Wieland-Archiv hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Schicksal von Menschen aus dem Dürener Raum beschäftigt, die nach Buchenwald verschleppt und dort auch ermordet wurden. „Es war naheliegend, sich auch mit den Tätern auseinandersetzen. August Bender war in exponierter Rolle willfähriger Helfer bei den im Konzentrationslager begangenen Verbrechen“ sagt Dominik Clemens vom Bertram-Wieland-Archiv. Die nun veröffentlichte Studie solle auch eine Debatte zum Umgang mit NS-Tätern im Kreis Düren und insbesondere in Kelz anstoßen. Das Buch (Paperback, 132 Seiten, 33 Abbildungen, ISBN 9783981858907) ist für 12,90 € direkt beim Verein (www.bertram-wieland-archiv.de) und im Buchhandel erhältlich. Der erste Band der Schriftenreihe „Kritische Beiträge zur Lokal- und Regionalgeschichte“ ist außerdem als E-Book erschienen (9,99 €, ISBN 9783981858914).

Das Bertram-Wieland-Archiv für die Geschichte der Arbeiterbewegung e.V. wurde 2015 gegründet. Der Geschichtsverein beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der lokalen Geschichte der Arbeiterbewegung sowie Verfolgung und Widerstand im Faschismus insbesondere im Dürener Raum.

(Pressemitteilung vom 2. September 2019)

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